VMware kündigt in Las Vegas neues Datacenter Operating System an
Im September trafen sich fast 14.000 Virtualisierungs-Spezialisten aus aller Welt auf der jährlichen VMWorld Conference. Unter den Besuchern waren auch führende Anbieter von Datacenter Solutions, die neue Strategien und Produkte vorstellten. Besonders wichtig war die Messe dieses Jahr für den neuen VMware President und CEO, Paul Maritz. Er hatte den Posten im Juli dieses Jahres von Diane Greene und Medel Rosenblum, Mit-Begründer von VMware, übernommen. Microsoft Hyper-V, ein Schlüssel-Feature von Windows Server 2008, gewinnt an Fahrt. Da muss der VMware CEO sein Produkt ganz genau an die Interessen der Kunden ausrichten, will er seine Marktführerschaft behalten. Maritz kennt Microsoft genau - hat er doch 14 Jahre für den Software-Giganten aus Redmond gearbeitet, bevor er 2000 ausschied. Er gründete daraufhin die Pi Corporation. Der Vorreiter beim Cloud-Computing wurde von EMC übernommen, EMC hält auch 85 Prozent der Anteile an VMware.
Ein Betriebssystem für Cloud Computing
Maritz begann mit nichts Geringerem als der Ankündigung eines neuen Betriebssystems. VDC-OS verwaltet alle Ressourcen eines virtualisierten Rechenzentrums und hebt es dabei klar von klassischen Hypervisor-basierten Systemen ab, die sich auf das Management individueller Hardware-Plattformen konzentrieren. Durch das Management verteilter Applikationen richtet sich VDC-OS an vernetzte Multisite-Rechenzentren. Mit anderen Worten: Es will das Cloud-Computing-Betriebssystem werden. Für Maritz ist VDC-OS ein Schlüsselelement für die Erhöhung der Performance in Rechenzentrum. Diese Idee verdeutlicht er am Beispiel der redundanten Anlagen von Google, die gemeinsam nutzbare Tools mit enger Verbindung zu Internet-Services anbieten. Mehr und mehr Firmen suchen nach Lösungen zur Internet-basierenden Software-Auslieferung und SaaS (Software as a Service). Ein Beispiel ist VMware, dessen VI (Virtual Desktop Interface) mit Thinstall-Technologie nun Laptops und andere Web-Devices unterstützt. Remote-Dienste und Software-Verbreitung sind ganz klar die Bereiche, auf die sich VMware konzentriert.
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Microsoft schlägt zurück - mit Windows Cloud
Die Ankündigung der strategischen Cloud-Computing-Initiative von VMware - gar nicht zu reden vom Google Browser Chrome, der sehr nach einem Prototyp für ein Client-Betriebssystem aussieht - schafft Handlungsbedarf bei Microsoft. Und Microsoft CEO Steve Ballmer hat die Herausforderung angenommen. Geht es nach Ballmer, ist natürlich Windows Cloud das Betriebssystem der Zukunft - und Windows 7 der ideale Client. Aber was genau ist Windows Cloud? Im Moment ist es nicht viel mehr als ein Code-Name. Eine detaillierte Präsentation wird erst Ende des Monats erwartet. In der Zwischenzeit spricht Ballmer von „Software plus Service" und unterscheidet sich damit klar vom Software-as-a-Service-Konzept der Mitbewerber wie VMware, Google, or Salesforce.com. Anstatt gesamte Software-Pakete, zum Beispiel MS Office oder Dynamic CRM, in die Computer-Wolke entschweben zu lassen, will Microsoft nur bestimmte Komponenten online ausführen - in einem virtualisierten und replizierten Rechenzentrum. Damit hätte der Anwender dann einen transparenten und sicheren Zugang zu seinen Unternehmensdaten, egal wo er sich gerade einloggt. Der Microsoft-Ansatz bietet zwar ein klareres Konzept für die Einbindung bestehender Client-Server- und Web-basierender Applikationen - dennoch mag die schiere Anzahl von Anbietern, die bereits in „echtes" Cloud Computing investieren, so manchen CIO beeindrucken: Citrix, Novell, RedHat, Sun, Cisco und EMC schweben bereits auf der digitalen Wolke - um nur einige zu nennen. Die Cloud Wars haben gerade erst begonnen...
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