Das richtige Recovery-Tool für Hyper-V finden

Wer das richtige Programm finden will, sollte sich nicht nur auf Empfehlungen verlassen. Für die Beurteilung sind Belastungstests besonders wichtig. Viele Workloads geraten in einen inkonsistenten oder nicht mehr Boot-fähigen Zustand, weil der Status des Betriebssystems oder der Applikation nicht ordentlich abgesichert war. Man denke nur an eine Transaktion, die nach einem Recovery nicht mehr wiederholt werden kann, weil die Reihenfolge der auszuführenden Operationen nicht richtig aufgezeichnet worden war – hier sind Reihenfolge und Status wichtig. Genau so verhält es sich bei Application-Workloads unter Hyper-V.
Eine der Stärken von Hyper-V ist die Bewahrung des jeweiligen Status durch den Einsatz nativer VSS-Funktionen, sowohl auf dem Host also auch für die Guest Workloads. Dabei handelt es sich nicht um eine Echtzeit-Absicherung. Wird bei einer laufenden Datenbank-Anwendung ein Backup vom Host angefordert, leitet dieser den VSS-Request an den Guest und dann an die Applikation weiter. Dann kann die Datenbank ihren Status auf die Platte schreiben, danach macht der Guest dasselbe. Erst dann ist der richtige Zeitpunkt für das Backup. Was aber, wenn man eine bessere Recovery-Option haben will als nur einen stündlichen Snapshot? Hier kommen die externen Partner ins Spiel – Microsofts wahre Stärke. Aber seine Hausaufgaben muss man trotzdem machen.
Viele der Tools auf dem Markt können wegen Einschränkungen in der Architektur mehrere Workloads auf dem Host-Layer nicht hinreichend absichern. Der Markt ist einfach noch zu neu, und viele Anbieter sind zu unerfahren. Daher konkurrieren sie nur über den Preis. Oft gibt es Volumen-Lizenzen für virtuelle Guest-Workloads, was natürlich bei der TCO Vorteile bringt. Aber dennoch lohnt sich ein Praxistest, damit man auch wirklich weiß, was man für sein Geld bekommt. Als Kunde hat man schließlich das Recht, die Aussagen des Verkäufers kritisch zu hinterfragen. Wer zahlt schafft an – und sollte nicht alles glauben.
Nicholas Schoonover
Senior Solutions Architect bei Double-Take Software
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Schnelligkeit und Anpassungsfähigkeit
Wenn es um Disaster-Recovery-Lösungen in einer Hyper-V-Umgebung geht, dann zählen vor allem zwei Kriterien: die Anpassungsfähigkeit des Programms und die für die Migration benötigte Zeit. Man findet schnell heraus, ob man sich die Mühe machen muss, Funktionstests für jeden Anbieter durchzuführen. Denn wenn ein Programm auf Ihrem System unter typischen Workload-Bedingungen unter Belastung nicht komfortabel läuft, wie soll man ihm dann im täglichen Produktiv-Betrieb vertrauen?
Manche Programme unterstützen keine P2V-Migration in Echtzeit (Physical to Virtual). Für eine komplette Migration nach einem Ausfall müssen dann möglichweise die Anwender für Stunden oder Tage offline bleiben. Es gibt aber auch Tools, die ein Crash-sicheres Echtzeit-Daten-Image für die Wiederherstellung bieten – ohne dass die Anwendung dafür gestoppt werden muss. Zusätzliche Features wie etwa Baseline-Synchronisation reduzieren den Zeitbedarf bei der Migration.
Anbieter-Versprechen gibt es viele – sie zu überprüfen, liegt in der Verantwortung des Kunden. Unterstützt ein Produkt IP, dann heißt das noch lange nicht Crash-Sicherheit und Skalierbarkeit. In keinem Bereich ist gründliches Testen so wichtig wie bei Lösungen über mehrere Standorte.
Was man auch bedenken sollte: In Windows Server 2008 hat Microsoft einige signifikante Änderungen beim Clustering eingeführt, so dass Geoclustering möglich wurde. Einige Drittanbieter verlangen nicht einmal SAN-Technologie, um MSCS zu implementieren. |
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